Cremare Tierkrematorien
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20 Jahre Cremare – 20 Fragen

Cremare feiert 2016 sein 20-jähriges Firmenjubiläum. Ein willkommener Anlass um - in einem persönlichen Interview mit dem Firmengründer von Cremare Tierarzt Drs. Frans Evers - über die Vergangenheit, Zukunft, Entwicklungen bei der Tierkremierung und Cremare Leistungen zu sprechen. 20 Jahre - 20 Fragen!

 

1.Drs. Evers, CREMARE feiert 2016 sein 20. Jubiläum. Sie sind Tierarzt und Gründer von CREMARE – wie kamen Sie auf die Idee, die Kremierung von Kleintieren in Deutschland anzubieten?

Vor Deutschland habe ich in meinem Heimatland, den Niederlanden, und in England als Tierarzt gearbeitet. In diesen Ländern war es schon zu dieser Zeit gang und gäbe, dass Kleintiere wie Katzen, Hunde und Nagetiere eingeäschert wurden. Als ich 1988 als Tierarzt in Deutschland anfing, war die Tierkremierung rechtlich und institutionell noch gar nicht möglich. Die Nachfrage danach kam von meinen Kunden, die sich die Einäscherung ihrer Tiere wünschten. Mit Hilfe meiner niederländischen Kontakte habe ich diese Leistung zusätzlich angeboten. Die Nachfrage stieg immer mehr und mehr, weshalb ich auf die Idee gekommen bin, die Kleintierkremierung auch vor Ort in Deutschland anzubieten.

 

2. Wann und wie genau erfolgte dann der Start von CREMARE?

1992 hatte ich die Idee, ein Krematorium für Tiere in Deutschland zu bauen. Doch das war zu dieser Zeit gesetzlich noch gar nicht möglich! Es gab nur ein Tierkrematorium in München, das schon lange vor dem Bundesimissionsschutzgesetz bestanden hatte.

Nach einigem Hin und Her erging 1996 ein Erlass, wonach es erlaubt wurde, Tiere zur Einäscherung in die Niederlande zu bringen. Zunächst gründeten wir eine Firma, die legal die Tiere ins Ausland bringen sollte. Das war die CREMARE, die am 1. Juni 1996, direkt nach dem Erlass, ihren Betrieb aufgenommen hat. Die verstorbenen Tiere wurden in den Tierarztpraxen abgeholt und in den Niederlanden eingeäschert. CREMARE war eine der ersten Firmen in Deutschland mit diesem Angebot. Danach hat es wegen des langen Genehmigungsverfahrens noch neun Jahre gedauert, bis das erste Tierkrematorium in Wesel am Niederrhein eröffnet werden konnte. Das war 2005.

 

3. Herr Evers, wie hat sich – nach Ihrem persönlichen Eindruck – die Branche der Haustierkremierung in Deutschland in den letzten 20 Jahren verändert?

Am Anfang war es noch sehr schwierig, die Tierärzte zu überzeugen, dass dies ein Service ist, den sich die Tierbesitzer wünschen. Das hat sich geändert, besonders in den vergangenen fünf Jahren. Die Mehrzahl der Tierärzte weiß, dass es ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor ist, diese Leistung anzubieten.

Außerdem haben wir in den Anfangsjahren noch viel mehr Sammeleinäscherungen durchgeführt: 80 Prozent, gegenüber 20 Prozent Einzeleinäscherungen. Das hat sich in den letzten zehn Jahren geändert, heute ist dieses Verhältnis genau umgekehrt. Diese Entwicklung hängt damit zusammen, dass Haustiere einen höheren Stellenwert erhalten haben. Inzwischen sind Tiere Familienmitglieder, dementsprechend bringt der Tod eines Tieres auch großen Schmerz für die Familie mit sich.

 

4. Wie viele Haustiere versterben pro Jahr in Deutschland, und wie viele werden kremiert?

Das ist nicht ganz eindeutig, es gibt Zahlen von verschiedenen Quellen. Man kann davon ausgehen, dass jährlich 1,2 bis 1,4 Millionen Kleintiere – Hunde, Katzen und Nagetiere – versterben. Wobei Hunde und Katzen das Gros unserer Einäscherung ausmachen. Wir rechnen, dass zehn Prozent der verstorbenen Haustiere eingeäschert werden – das sind etwa 120.000 Hunde und Katzen.

 

5. Was passiert mit den Tieren, die nicht eingeäschert werden?

Viele Tierbesitzer haben noch die Möglichkeit, Tiere zu vergraben. Außerdem gibt es Tierfriedhöfe. Und viele Haustiere enden immer noch in der Tierkörperbeseitigung. Dabei wissen viele Tierbesitzer gar nicht, dass ihr Tier in eine Tierkörperverwertungsanlage kommt! Hier wollen wir in Zukunft noch mehr daran arbeiten, um dies klarer zu vermitteln.

 

6. Dürfen alle Tierarten kremiert werden? Wann dürfen Pferde auch in Deutschland kremiert werden?

Nein, bislang dürfen nur bestimmte Tierarten, die als Haustier gehalten werden, eingeäschert werden - also Hunde, Katzen und kleinere Nagetiere. Eine Ausnahme wird vermutlich in Kürze möglich: Die Kremierung von Pferden. Denn ein neues „Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz“ soll verabschiedet werden und in Kraft treten.

Dieses wird die Ausnahme zulassen, das Nutztier Pferd einzuäschern. Die Nachfrage nach der Pferdekremierung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Denn die meisten Pferdebesitzer halten ihr Tier nicht als Nutztier – also laut Gesetz zur Lebensmittelgewinnung – sondern, um ihrem Hobby Reiten nachzugehen.

 

7. Wie können sich Tierhalter auf den „Ernstfall“ vorbereiten?

Wir stellen oft fest, dass die Tierhalter die Entscheidung darüber, was mit dem verstorbenen Tier passieren soll, meist erst im Ernstfall treffen – zum Beispiel kurz vor einer Einschläferung. Das ist schade. Tierhalter sollten sich möglichst schon vorher mit den diversen Möglichkeiten auseinandersetzen, um zu vermeiden, eine Entscheidung zu treffen, die sie später möglicherweise bedauern.

Zur besseren Information dient auch unsere Website - cremare.de. Sich gut zu informieren kann ich allen Tierhaltern nur empfehlen, damit sie nicht im letzten Augenblick verloren sind.

 

8. Wie ist der genaue Ablauf einer Tierkremierung?

In den meisten Fällen schläfert der Tierarzt das Tier in seiner Praxis ein, und der Tierbesitzer entscheidet sich für eine Einäscherung – und dann auch für die Art der Einäscherung, also Sammel- oder Einzelkremierung. Der Tierarzt beauftragt die Firma CREMARE, die das Tier unverzüglich abholt und ins Tierkrematorium transportiert. Ist es dort angekommen, werden alle Daten nochmal genau kontrolliert.

Jedes Tier erhält von Beginn an eine Nummer, die es auf dem ganzen Weg begleitet – von der Tierarztpraxis bis ggf. zur Rückführung der Asche. Dann wird die Einäscherung vollzogen. Bei einer Einzeleinäscherung wird die Asche des Tieres rücküberführt: die Urne kann der Tierbesitzer entweder selbst in einem unserer Krematorien abholen, oder wir bringen sie zurück.

Bei einer Sammeleinäscherung werden mehrere Tiere zusammen kremiert und deren Asche wird auf unserem Gelände verstreut. Der Tierbesitzer erhält anschließend eine Urkunde mit dem Datum der Einäscherung.

 

9. Wie Sie bereits erwähnt haben, werden die meisten Tiere eingeäschert, nachdem sie eingeschläfert worden sind. Drs. Evers, wonach haben Sie als Tierarzt den richtigen Moment für das Einschläfern eines Haustieres festgemacht?

Den einen richtigen Moment gibt es nicht, jede Entscheidung ist immer eine individuelle Entscheidung bei jedem Tier. Man muss immer das Leid des Tieres abwägen gegenüber der Erlösung. Man kann versuchen, gewisse Richtlinien festzulegen: Wann ist das Tierleid so hoch, dass man sich für eine Einschläferung entscheiden muss? Das ist in einigen Fällen einfacher als in anderen.

Nach einem Verkehrsunfall etwa ist es einfacher, eine Entscheidung zu treffen, weil man die Prognose für die Genesung einfacher stellen kann. Schwierig ist es zum Beispiel bei einer Katze mit einem chronischen Nierenleiden, bei der der Zustand langsam schlechter wird. Zusammen mit dem Tierbesitzer muss man dann einen Weg finden, und dieser ist sicherlich ein schwieriger.

 

10. Gibt es einen typischen Kunden für die Leistungen von CREMARE?

Nein. Die Tierbesitzer, die eine Kremierung beauftragen, kommen aus allen Bevölkerungsschichten. Die Gesellschaft individualisiert sich, menschliche Bindungen sind heute oft lockerer. Das kann gleichzeitig die Bindung zu einem Haustier verstärken. Das Einzige, das alle gemeinsam haben: Wenn jemand mit seinem Tier eng verbunden ist, wünscht er ihm ein würdevolles Ende. Das bestimmt die Nachfrage nach der Einäscherung.

 

11. Welchen Vorteil bietet die Kremierung eines Tieres gegenüber der Erdbestattung im eigenen Garten?

Ein großer Vorteil ist es, dass man viel flexibler ist beim Umgang mit der Asche. Wenn ein Tier bestattet werden soll, greift das Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz. Dadurch sind die Tierbesitzer eingeschränkt bei der Wahl, wo und wie sie das Tier überhaupt vergraben dürfen. Wenn sie das Tier im eigenen Garten begraben, bekommen sie ein Problem, wenn sie umziehen.

Mit der Asche kann der Tierbesitzer alles machen, was er möchte; hier gibt es keine gesetzlichen Einschränkungen. Sie können die Asche im Garten oder See ausstreuen oder vergraben. Für Tierasche gibt es – anders als beim Menschen – keine Regulierung.

Außerdem gelangen bei der Erdbestattung Überreste des Tieres ins Grundwasser. Das kann bei der Asche nicht geschehen, hier ist das Tier dem Wasserkreislauf entzogen.

 

12. Nach welchen Kriterien entscheiden sich die Tierhalter für eine bestimmte Art der Kremierung? 

Das kommt auf die Bindung zwischen Tier und Mensch an. Manche Tierbesitzer wollen die Asche bei sich behalten. Das geht natürlich nur bei der Einzeleinäscherung. Dann spielt die finanzielle Situation eine Rolle. Die Einzeleinäscherung ist die etwas teurere Variante. Manchen Tierhaltern genügt es zu wissen, dass ihr Tier nach dem Tod würdevoll behandelt wird. Für sie reicht die Sammeleinäscherung. Danach wird die Asche auf dem Streubeet des jeweiligen Krematoriums verstreut. Der Tierbesitzer kann dieses besuchen, wenn er das Bedürfnis danach hat.

 

13. An welchen Standorten betreibt CREMARE eigene Tierkrematorien?  

Angefangen haben wir 2005 mit dem Tierkrematorium in Wesel. 2009 haben wir unser Krematorium in der Nähe von Hamburg, in dem Städtchen Hanstedt, eröffnet. Momentan entwickelt CREMARE ein Tierkrematorium im Süden Deutschlands, in Oberbayern. Im Zuge dessen steht eine Namensänderung bevor: Wir werden nicht mehr vom Tierkrematorium Wesel und Hanstedt sprechen, sondern von CREMARE Nord, West und Süd. Da wäre dann noch CREMARE Ost möglich …

 

14. Was machen Tierhalter typischerweise mit der Asche ihrer Tiere, wenn sie eine Einzelkremierung gewählt haben?  

Die Einzelkremierung wählen die Tierhalter, damit sie die Asche bei sich haben können. Es kommt natürlich darauf an, in was für einer Gegend sie wohnen. Manche vergraben die Asche im eigenen Garten. Andere möchten die Asche im Haus stehen haben, so dass sie ständig in der Nähe ist. Ich denke mal, dass die Mehrheit die Asche in der eigenen Wohnung aufbewahrt oder einen Teil der Asche in einem Schmuckstück bei sich trägt.

 

15. Im Jahr 2016 feiert CREMARE sein 20-jähriges Firmenjubiläum. Welche Pläne gibt es für die Zukunft?  

Wir haben große Pläne, die für Pferdebesitzer sehr interessant sind: Wir werden Pferdeeinäscherung anbieten. Außerdem wollen wir uns weiter verbessern: Noch mehr Service, Transparenz und Klarheit.

 

16. Welche Herausforderungen gab es in den letzten 20 Jahren für Sie und das CREMARE-Team? 

Es war ganz wichtig, die Tierkremierung in Deutschland überhaupt anbieten zu können, und das legal. Am Anfang war es nur möglich, die Tiere in die Niederlande zu transportieren und dort einäschern zu lassen. Unser Anliegen war es, die Tierkremierung den deutschen Tierbesitzern auch in Deutschland anbieten zu können. Das war ein langer Weg. Eine Genehmigung dafür zu bekommen war schwierig. Außerdem haben wir in den letzten zehn, zwanzig Jahren den Prozess der Einäscherung optimiert. Dabei haben wir auch auf ökologische Gesichtspunkte geachtet, verbunden mit modernster Technik. Zudem haben wir den Service und die Transparenz für Tierbesitzer immer weiter verbessert.     

 

17. Welche schönen Momente oder Erfolge sind Ihnen in 20 Jahren CREMARE besonders in Erinnerung geblieben? 

Vor allem die Möglichkeit, das Tierkrematorium Wesel als eines der ersten in Deutschland eröffnen zu können. Die Tierbesitzer waren von Anfang an begeistert davon, trotz des traurigen Anlasses. Zu sehen, wie ihnen damit geholfen wird: Das war und ist bis heute ein toller Lohn für die Anstrengungen. Ein weiterer Erfolg war es, in unseren Krematorien in Wesel und Hanstedt anzubieten, dass die Kunden bei der Einäscherung persönlich dabei sein und sie verfolgen können, nicht nur per Kamera oder Webcam. Dann können sie sich davon überzeugen, dass wirklich ihr Tier eingeäschert wird. Wir waren einer der ersten Anbieter, die dies ermöglicht haben. Das sind Erfolge, an die ich mich gerne erinnere.

 

18. Welches Erlebnis mit Kunden ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben? 

Ein sehr trauriges: Ein älterer Herr kam mit seinem Hund, den er natürlich schon länger gehab hatte, zu uns. Der Kunde erzählte, dass kurz zuvor seine Frau Dora verstorben war. Als er vor dem Einäscherungsofen stand, in den sein Hund geschoben wurde, sagte er: „Bello, jetzt gehst du zu Dora, und du kannst dir sicher sein, ich werde in Kürze folgen.“ Das hat mir den Atem stocken lassen.

 

19. Würden Sie heute wieder ein Tierkrematorium eröffnen? 

Das ist eine wirklich gute Frage. 2005 hätte ich vielleicht „nein“ gesagt – nach 13 Jahren mit mehr Tiefen als Höhen. Heute allerdings sind die Lage und Zeit eine andere. Nach 2005 kam die Belohnung: Zu sehen, wie sehr die Kunden dieses Angebot schätzen und wie sehr es auch benötigt wird. Nach den vielen positiven Rückmeldungen, die wir persönlich oder auch übers Internet bekommen, kann ich nur sagen: Schon allein deswegen haben sich alle Mühen gelohnt, und ich würde es immer wieder tun.

 

20. Was würden Sie sich beim Thema Kremierung von Haustieren für die Zukunft wünschen? 

Als erstes wünsche ich mir, schöne Tierkrematorien in Gegenden bauen zu können, die auch für den Tierbesitzer ansprechend sind. Es wird immer schwieriger, dafür eine Genehmigung zu erhalten.

Als zweites würde ich mir von den Tierbesitzern wünschen, dass sie sich noch mehr und rechtzeitig über alle Möglichkeiten informieren. Dann können sie in Ruhe und objektiv eine Wahl treffen zwischen Einäscherung, Tierfriedhof und Tierkörperbeseitigung. Damit sich niemand mehr nach dem Tod seines Tieres eingestehen muss: „Ich habe mich für das Falsche entschieden.“

Vielen Dank für das Interview!

(Das Interview mit Drs. Frans Evers führte Dipl-Ing. Raphael M. Witte, Veterinary Business Consultant - Fa. Ruhmservice Consulting - zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der Firma Cremare)